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    Zwischen Bermuda und Palästina

    <div id="zd_img_license"></div><div id="zd_updated">2018-12-03T16:52:55+01:00</div><div id="zd_language">Deutsch</div>

    Arieh Tartakower/Kurt R. Grossmann, The Jewish Refugee, New York: Institute of Jewish Affairs of the American Jewish Congress and World Jewish Congress 1944. Seitenzahlen im Haupttext beziehen sich auf dieses Buch.

    »Hitler has won another victory at Bermuda […].« So kommentierte die Zeitung der zionistischen Arbeiterbewegung in den USA, »The Jewish Frontier«, die Bermuda-Konferenz vom April 1943.[1] Was war passiert? Nach der Konferenz von Evian im Juli 1938 (und ihrem ernüchternden Ergebnis)[2] war dies der zweite Versuch, mit einer internationalen Konferenz die Frage der jüdischen Flüchtlinge zu klären. Doch wie bereits 1938 am Genfer See, als sich außer der Dominikanischen Republik alle Teilnehmerstaaten weigerten, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen, kam auch auf Bermuda keine Lösung zustande, obwohl an den mörderischen Absichten und Praktiken Nazi-Deutschlands 1943 kein Zweifel mehr bestand. Der World Jewish Congress (WJC) hatte für die Gesandten eine Informationsmappe zusammengestellt, die die nationalsozialistische Vernichtungspolitik darlegte und zum entschlossenen Handeln aufrief.[3] Doch die Gesandten der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, die auf der britischen Inselgruppe im Nordatlantik zusammenkamen, um über die Aufnahme europäischer Juden zu verhandeln, begruben die Idee einer groß angelegten Rettungsaktion rasch. Beide Staaten begnügten sich mit Symbolpolitik und kleinteiligen Maßnahmen. Zwar wurde das Intergovernmental Committee on Refugees (ICR) reaktiviert, welches nach der Evian-Konferenz gegründet worden war und sich größtenteils als ineffektiv herausgestellt hatte. Doch blieb das ICR auch für den Rest des Krieges unbedeutend.[4]
    Auch wenn die USA und Großbritannien verschiedentlich Flüchtlingskontingente akzeptierten, nahmen sie meist eine Abwehrhaltung ein. Die Gründe für die Abneigung der alliierten Staaten, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen, waren vielschichtig, griffen aber implizit wieder und wieder Topoi antisemitischer Propaganda auf. Ein Grund, welcher oft genannt wurde, war die Angst vor Infiltration durch feindliche Agenten und Saboteure, die als eine Art fünfte Kolonne mit den Flüchtlingskontingenten eingeschleust werden könnten.[5] Weiterhin sollte, wie der hohe amerikanische Beamte und Teilnehmer an der Bermuda-Konferenz Breckinridge Long in seinem Tagebuch notierte, der Eindruck vermieden werden, die Kriegsteilnahme der Alliierten gehe auf eine jüdische Initiative zurück, oder der Krieg werde gar auf Betreiben jüdischer Organisationen geführt.[6] Die Angst, einem Grundpfeiler nationalsozialistischer Propaganda in die Hände zu spielen, nämlich der Sicht, das »internationale Judentum« habe dem Deutschen Reich den Krieg erklärt, resultierte in einer Abneigung, sich für die Rettung jüdischer Flüchtlinge einzusetzen – gewissermaßen ein Sekundärerfolg nationalsozialistischer Propaganda. Eben aus diesem Grund sahen die Unterhändler auf der Bermuda-Konferenz auch davon ab, überhaupt von jüdischen Flüchtlingen zu sprechen. Zudem gab es die Sorge, dass das Deutsche Reich tatsächlich der Ausreise der Flüchtlinge zustimmen könnte und versuchen würde, die alliierten Länder mit »Immigranten zu fluten«, wie es das britische Foreign Office 1943 in einem Memorandum an das amerikanische State Department ausdrückte.[7] So wurde auf der Konferenz letztlich nur der Eindruck zu wahren versucht, man nehme sich der Flüchtlingsfrage an, während praktische Konsequenzen vermieden werden sollten.
    In dem Artikel »The Final Solution« von 1955 fasste Kurt R. Grossmann (der gleich noch vorzustellen ist) seinen Eindruck so zusammen: »The Bermuda Conference in 1943, on which so many hopes were set, when the extermination in Eastern Europe was already in high gear, was a great disappointment.«[8] Richard Law, einer der britischen Verhandlungsführer, nannte die Konferenz »eine Fassade für Untätigkeit«.[9] In der interessierten Öffentlichkeit bestanden 1943 keine Zweifel an den Absichten der Konferenzteilnehmer. Beispielhaft sei hier der prominente New Yorker Rabbiner Israel Goldstein zitiert: »[… V]ictims are not being rescued because the democracies do not want them. […] The job of the Bermuda Conference apparently was not to rescue victims of Nazi terror but to rescue our State Department and the British Foreign Office from possible embarrassment.«[10] Dem verheerenden Presseecho wurde mit dem Argument entgegenzusteuern versucht, dass sich die jüdische Flüchtlingsfrage am schnellsten durch einen Sieg über die Achsenmächte klären ließe. Vorher könne kaum etwas unternommen werden, da Rettungsmaßnahmen die Kriegsanstrengungen negativ beeinflussen würden, so der Tenor.
    Dem Versagen staatlicher Akteure bei der Bermuda-Konferenz stand der relative Erfolg privater, vornehmlich jüdischer Organisationen gegenüber, denen es gelungen war, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge nach Mandatspalästina zu forcieren – ein Unternehmen, an dem Arieh Tartakower (1897–1982) und Kurt R. Grossmann (1897–1972) intensiv beteiligt waren. Beide arbeiteten während der Kriegsjahre in verschiedenen Positionen innerhalb des WJC zu humanitären Fragen sowie zur Organisation von Flucht und Hilfsleistungen. Die Flüchtlingsbewegung nach Palästina und die Reaktionen der internationalen Staatengemeinschaft waren für Tartakower und Grossmann zu dieser Zeit omnipräsente Themen; sie blieben es auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Grossmann verbrachte die nächsten Jahre weiter beim WJC, wo er im Committee for Overseas Relief Supplies tätig war und Hilfslieferungen vor allem in das vom Krieg verwüstete Europa organisierte. Tartakower siedelte 1946 nach Palästina über, um in Jerusalem einen Lehrstuhl für Soziologie an der Hebräischen Universität zu übernehmen. Grossmann kehrte schließlich nach Deutschland zurück, wo er – ähnlich wie schon vor 1933 – als Journalist arbeitete und sich für die deutsch-jüdische Verständigung einsetzte.[11]
    Viele Themen, die Tartakower und Grossmann während des Krieges und danach beschäftigten, spielten auch in ihrem 1944 veröffentlichten Buch »The Jewish Refugee« eine große Rolle. Dabei mussten die Autoren immer wieder auf aktuelle Entwicklungen des Krieges und der alliierten Politik reagieren. Noch kurz vor Drucklegung arbeitete Grossmann die aus jüdischer Sicht enttäuschenden Ergebnisse der Bermuda-Konferenz in das Manuskript ein.[12] Dass nach Evian auch die zweite große Flüchtlingskonferenz gescheitert war – nun angesichts des millionenfachen Mordes –, gab dem Buch eine zusätzliche Dringlichkeit. In ihrer Studie prangerten Tartakower und Grossmann daher auch die Untätigkeit der Alliierten auf Bermuda an und skizzierten zugleich konkrete Lösungsoptionen.
    Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Diskussion der damaligen Situation in den verschiedenen Zufluchtsländern, der jeweiligen politischen und juristischen Lage sowie unterschiedlichsten praktischen Aufgaben. In dem langen Mittelteil widmeten sich die Autoren den Fragen der Zukunft: Wo konnten die Juden, die durch den Krieg vertrieben wurden, langfristig leben? Und wie sollte die Hilfe für jüdische Flüchtlinge organisiert werden? Am Ende der beinahe 700 Seiten umfassenden Publikation findet sich ein ausführlicher Anhang, welcher verschiedene Memoranda, Kommuniqués und Statistiken beinhaltet. Sie dokumentieren unter anderem die vergeblichen Versuche des WJC, Einfluss auf die Konferenzen in Evian und Bermuda sowie auf das ICR zu nehmen. Eine 60-seitige Bibliographie schließt den Band ab – sie stellt für die Forschung zu jüdischen Flüchtlingen auch heute noch eine herausragende Quelle dar. Beinahe 900 Einträge aus den 1930er- und 1940er-Jahren gewähren einen ersten Zugang zur Breite und Tiefe der damaligen Diskussion.
    Tartakower und Grossmann hatten »The Jewish Refugee« von Anfang an mit dem Plan geschrieben, die Politik und die Öffentlichkeit zu einer größeren Aufnahmebereitschaft gegenüber den jüdischen Flüchtlingen zu bewegen. Dies lag auch in der Entstehungsgeschichte des Buches begründet. Ende 1941 hatte J.H. Gorvin, ein Beamter des Allied Post-War Requirements Bureau, einer Abteilung des britischen Ministry of Economic Warfare, einen Fragebogen zur Situation der Flüchtlinge an die britische Sektion des WJC geschickt.[13] Gorvin beabsichtigte, sich einen Überblick der nicht-staatlichen Hilfsorganisationen zu verschaffen, um so eine effizientere Flüchtlingspolitik planen zu können, besonders für die Nachkriegszeit. Der WJC hatte im gleichen Jahr das Institute of Jewish Affairs unter der Leitung von Jacob Robinson eingerichtet, ein Forschungsinstitut, welches sich mit genau diesen Fragen beschäftigen sollte. Der knapp 30-seitige Bericht, den Arieh Tartakower anfertigte, bildete die Keimzelle für »The Jewish Refugee«. Das Ziel lautete, eine Handreichung für politische Entscheidungsträger, Beamte und Multiplikatoren zu schaffen.
    Nach dem Erscheinen des Buches wurden Exemplare von »The Jewish Refugee« an diesen Personenkreis versandt. Zu den Empfängern gehörten die United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA), hohe Beamte des U.S. Department of Justice (die ihre Exemplare gleich wieder zurücksandten, da ihnen das Annehmen von Geschenken verboten war), Albert Einstein, First Lady Eleanor Roosevelt sowie verschiedene Zeitungen und Organisationen.[14] Nachdem das Buch in den ersten Monaten nur in der jüdischen Presse wahrgenommen wurde, erschienen allmählich auch Rezensionen in Zeitungen, die sich an ein breiteres Publikum richteten.[15]
    Neben der erhofften praktischen Funktion war die Studie für Tartakower und Grossmann auch eine Rechtfertigung des eigenen Handels und eine Bilanz der eigenen Arbeit. Aus dem Vergleich der Errungenschaften jüdischer Organisationen mit dem Versagen staatlicher und zwischenstaatlicher Akteure leiteten die Autoren ab, dass die Beteiligung jüdischer Organisationen auch in Zukunft zwingend sein werde (S. 495, S. 516f.). Von der logistischen und juristischen Unterstützung in den Herkunftsländern bis hin zur finanziellen Hilfe nach der Ankunft in den Aufnahmeländern hätten sich jüdische Organisationen um alle Aspekte der Flucht gekümmert und dadurch unzählige Leben gerettet. Gegenüber dieser positiven Darstellung wirkte das Scheitern staatlicher und zwischenstaatlicher Akteure umso eklatanter. Jüdische Organisationen konnten (oder mussten) diese vielfältigen Aufgaben übernehmen, so Tartakower und Grossmann, weil die meisten nationalen Regierungen unwillig waren, jüdische Flüchtlinge zu unterstützen. Dabei verurteilten die Autoren nicht nur die passive Haltung gerade der Alliierten. Sie prangerten zudem die aktive Verhinderung von Rettungsmaßnahmen an. Eine eingefügte Liste der Schiffe mit Flüchtlingen, die 1939/40 nach Palästina zu gelangen versuchten, liest sich wie ein nüchterner Report, ist jedoch gleichzeitig eine Anklage der britischen Blockadepolitik: »Boat was fired at by the English.« (S. 70)
    Für die Zeit nach dem Ende des Krieges schlugen Tartakower und Grossmann einen multidimensionalen Ansatz vor. Den Autoren war durchaus klar, dass die Einwanderung nach Palästina kein Allheilmittel der jüdischen Flüchtlingsfrage sein konnte. Zu groß waren die Menschenmassen auf der Flucht, und zu begrenzt erschien die Aufnahmefähigkeit des Landes. Es mussten also noch andere Lösungen gefunden werden. Im letzten Kapitel ihres Buches nannten Tartakower und Grossmann drei Ansätze: Repatriierung in die Heimatländer, Integration in den Gastländern und Emigration in einen Drittstaat. Während eine Rückkehr der jüdischen Flüchtlinge nach Deutschland, Ungarn, Kroatien und in die Slowakei aufgrund der jeweiligen Regime, die sich die nationalsozialistische Ideologie zu eigen gemacht hatten, nicht vorstellbar sei, stehe einer Repatriierung von Juden nach Frankreich, Belgien, Polen und in die Tschechoslowakei nichts entgegen. Gerade die gemeinsame Erfahrung, unter der deutschen Besatzung gelitten zu haben, könne dem lokalen Antisemitismus entgegenwirken und das Band zwischen jüdischer und nicht-jüdischer Bevölkerung stärken.
    Der zweite Ansatz, die Integration in den Gastländern, war für Tartakower und Grossmann auch nur eine begrenzte Option. Viele Länder hätten die Flüchtlinge vorübergehend aufgenommen und keine Anstalten gemacht, ihnen ein Bleiberecht über das Kriegsende hinaus zu gewähren (S. 505ff.). Zudem seien viele dieser Länder durch die Kriegsanstrengungen geschwächt und nicht in der Lage, die Integration ökonomisch zu verkraften. So blieb als Hauptalternative der dritte Ansatz, nämlich die Emigration in einen Drittstaat, welche von den Autoren wiederum in zwei Kategorien eingeteilt wurde: »Infiltration« und »Kolonisation« (S. 507ff.). Unter Infiltration verstanden Tartakower und Grossmann die Migration in Zielländer mit anschließender Integration in den Arbeitsmarkt, wobei die Autoren die Schwierigkeiten klar erkannten und ausgiebig diskutierten. Kolonisation bedeutete für sie die Errichtung neuer Siedlungen für jüdische Flüchtlinge in spärlich bewohnten Gebieten. Dies hätte den Vorteil, so die Autoren, dass quasi ein neuer Arbeitsmarkt geschaffen würde und ein direkter Verdrängungswettbewerb mit den Alteingesessenen entfiele. Hierbei hatten Tartakower und Grossmann natürlich Palästina im Blick, welches für sie das einzige gelungene Beispiel jüdischer Kolonisation darstellte. Zumindest theoretisch blieben sie aber auch offen für andere Territorien, ohne freilich konkrete Vorschläge zu machen. Dieser Diskussion wollten die Autoren nicht vorgreifen, denn letztlich lasse sich die Verteilung der Flüchtlinge auf Drittstaaten nur durch eine internationale Flüchtlingsorganisation mit einem robusten Mandat lösen.
    Nicht alle Ideen erwiesen sich als nützlich oder umsetzbar. So stützten sich Tartakower und Grossmann notgedrungen teilweise auf Fehlinformationen. Sie gingen zum Beispiel von zwei Millionen ermordeten polnischen Juden aus (S. 336f.), während es bis Kriegsende tatsächlich an die drei Millionen gewesen sein dürften.[16] Die Autoren waren sich durchaus bewusst, dass die angegebenen Zahlen nicht immer zuverlässig sein konnten, da es sich um eine Kombination von staatlichen Angaben, Schätzungen nicht-staatlicher Organisationen und Zahlen aus Zeitungsartikeln handelte.[17] Dies hing einerseits mit der Informationslage während des Krieges zusammen, als das wahre Ausmaß des Holocaust nur erahnt werden konnte. Andererseits führte es zu einer höheren Zahl an Flüchtlingen, von denen die Autoren in ihren Berechnungen ausgingen. Besonders in Bezug auf Polen und die Tschechoslowakei als Aufnahmeländer war das Szenario nicht realistisch, und angesichts antisemitischer Pogrome in der frühen Nachkriegszeit kam es zu keiner groß angelegten Repatriierung. Tartakower und Grossmann unterschätzten die Beständigkeit des lokalen Antisemitismus, der in Reaktion auf die Verbrechen mitnichten endete, sondern oftmals weiter anwuchs. Die meisten Überlebenden waren auch keineswegs darauf erpicht, in ihre alte, vom Krieg zerstörte Heimat zurückzukehren, in der die Erinnerung an die ermordeten Verwandten ganz nah geblieben wäre.
    Tartakowers und Grossmanns Vision einer internationalen Flüchtlingsorganisation wurde nach dem Krieg Wirklichkeit. Unter der Ägide der Vereinten Nationen wurde 1946 die International Refugee Organization (IRO) gegründet, die Vorläuferorganisation des United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR, ab 1951). Doch damit sich eine starke supranationale Politik der Flüchtlingsfrage annehmen konnte, bedurfte es zunächst der Erkenntnis, dass es sich hierbei nicht allein um ein jüdisches Problem handelte, sondern um eines, dass die ganze Menschheit betraf – ein Punkt, der ja gerade zum Scheitern der Bermuda-Konferenz beigetragen hatte. Tartakower und Grossmann gehörten zu den überzeugendsten Verfechtern dieser Idee und schrieben mit starkem moralischem Impetus gegen die Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit an. Gleichzeitig lag es jedoch am Zuschnitt ihres Buches, das als konkrete Anleitung zur Lösung der Flüchtlingsfragen von 1943/44 dienen sollte, dass es wenige Jahre später in Vergessenheit geriet. Als historisches Dokument, als moralische Mahnung und als Quelle zur jüdischen Flüchtlingssituation während des Zweiten Weltkrieges ist »The Jewish Refugee« aber noch heute von Bedeutung, besonders mit Blick auf die Gegenwart. Die Frage, ob und wie Staaten bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen sowie die damit verbundenen Lasten und Zukunftschancen durch internationale Absprachen zu verteilen, ist bekanntlich weiter offen.

    Anmerkungen:

    [1] Zit. in: [The Bermuda Conference on Refugees. Documents and Essays,] [1943,] Box C118, Folder 9. MS-361. World Jewish Congress Records. American Jewish Archives, Cincinnati, Ohio. Alle im Folgenden genannten Archivdokumente stammen aus diesem Bestand.

    [2] Vgl. z.B. Jochen Thies, Evian 1938. Als die Welt die Juden verriet, Essen 2017.

    [3] [Memorandum. Submitted to The Bermuda Refugee Conference by the World Jewish Congress,] [April 14, 1943,] Box D116, Folder 7. MS-361.

    [4] So die Einschätzung in: Eric Joseph Epstein/Philip Rosen, Dictionary of the Holocaust. Biography, Geography, and Terminology, Westport 1997, S. 137.

    [5] Vgl. Bernard Wasserstein, Britain and the Jews of Europe 1939–1945, Oxford 1979, S. 196; Louise London, Whitehall and the Jews, 1933–1948. British Immigration Policy, Jewish Refugees and the Holocaust, Cambridge 2000, S. 218. Siehe auch Tartakower/Grossmann, Jewish Refugee, S. 19, S. 43.

    [6] Vgl. Raul Hilberg, Die Vernichtung der europäischen Juden, Bd. 3, Frankfurt a.M. 1990, S. 1198.

    [7] »There is the possibility that the Germans or their satellites may change over from the policy of extermination to one of extrusion, and aim as they did before the war at embarrassing other countries by flooding them with alien immigrants.« Zit. nach David S. Wyman, The Abandonment of the Jews, 1941–1945. America and the Holocaust, New York 1984, S. 105.

    [8] Kurt R. Grossmann, The Final Solution, in: The Antioch Review 15 (1955), S. 55-72, hier S. 67.

    [9] Zit. nach London, Whitehall and the Jews (Anm. 5), S. 217 (»a facade for inaction«).

    [10] New York Times, 29.4.1943, S. 9.

    [11] Mehr über Grossmann findet sich in der Biographie von Lothar Mertens, Unermüdlicher Kämpfer für Frieden und Menschenrechte. Leben und Wirken von Kurt R. Grossmann, Berlin 1997. Zu Arieh Tartakower liegt bisher nur eine Biographie auf Hebräisch vor: Alexander Manor, Arieh Tartakower. ha-soziolog ha-yehudi [Arieh Tartakower. Der jüdische Soziologe], Tel Aviv 1962, hier bes. S. 50ff.

    [12] [Memo to Dr. Robinson; from Kurt R. Grossmann,] [December 31, 1943,] Box C113, Folder 6. MS-361.

    [13] [Notes for Discussion on Refugees,] [no date,] Box C112, Folder 5. MS-361.

    [14] [Letters, The Jewish Refugee distribution list,] Box C113, Folder 6. MS-361.

    [15] [Memo,] [Januar 16, 1945,] Box C113, Folder 7. MS-361. Vgl. die Rezensionen in Foreign Affairs, Congress Weekly, Christian Science Monitor und Chicago Sun.

    [16] Vgl. Hilberg, Die Vernichtung (Anm. 6), S. 1280ff., S. 1300.

    [17] [The Jewish Refugee Problem in Figures,] [no date,] Box C113, Folder 6. MS-361.

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